Rechtssicher aufbereiten

Rechtssichere Instrumentenaufbereitung ist sehr aufwendig. Deshalb ist ein zuverlässiges und gleichzeitig effizientes Konzept für einen idealen Hygieneworkflow so wichtig. Mit dem richtigen Technologie-Einsatz lässt sich die Praxishygiene einfach und sicher gestalten. Um den Infektionsschutz für Patienten und Team zu optimieren – um Zeit und Kosten zu sparen.

Der vollständige Prozess der RKI-konformen Instrumentenaufbereitung beinhaltet die Reinigung und Desinfektion, Verpackung, Sterilisation, Dokumentation und Freigabe der Instrumente. Laut Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV) ist der gesamte Prozess der Instrumentenaufbereitung mit geeigneten validierten Verfahren von sachkundigen Personen so durchzuführen, dass der Erfolg dieser Verfahren reproduzierbar gewährleistet ist. Damit die Sicherheit und Gesundheit von Patienten, Anwendern und Dritten nicht gefährdet wird.

Nach der Technischen Regel für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA 250), gehören zur persönlichen Schutzausrüstung des Praxispersonals (PSA) während der Sterilgutaufbereitung, ein Mund- und Nasenschutz, eine Schutzbrille, Schutzhandschuhe sowie eine feuchtigkeitsabweisende Schürze. Der Aufbereitungsprozess in der Zahnarztpraxis muss im Hygieneplan und in den internen Arbeitsanweisungen der Praxis definiert sein.

Der Aufbau eines Aufbereitungsraums

Ein strukturierter Aufbereitungsraum mit vorgeschriebener räumlicher Trennung von unreinem und reinem Bereich bildet die Grundlage für perfekten Infektionsschutz. Der unreine Bereich umfasst die Anlieferungszone, den Thermodesinfektor und gegebenenfalls einen Arbeitsplatz für die manuelle Aufbereitung. In den reinen Bereich fällt die Kontrollfläche zur Entladung des RDG, Funktionsprüfung und Sortierung. Das Siegelgerät, der Autoklav und das Dokumentationsmedium gehören in den reinen Bereich.

Rot für den unreinen Bereich – Grün für den reinen Bereich: die Anordnung der Geräte muss der Chronologie des Hygienekreislaufs zur Instrumentenaufbereitung entsprechen. Unreiner und reiner Bereich können im Aufbereitungsraum sehr gut über einen Farbverlauf an der Wand oder der Möbelzeile visuell dargestellt werden.

Die richtige Ausstattung des Aufbereitungsraums hilft, Prozesse zu optimieren und die Sicherheit von Patienten und Praxisteam zu erhöhen. Außerdem spart ein mit Geräten von nur einem einzigen Hersteller optimierter Workflow viel Zeit und Geld

Mehr Tipps zu den einzelnen Schritten der Instrumentenaufbereitung im MELAG System.

Die Aufbereitungsschritte in Kürze

1. Sachgerechte Vorbereitung der Instrumente

Zur sachgerechten Vorbereitung gehören das Sammeln, Vorreinigen und gegebenenfalls das Zerlegen der Instrumente und deren zügiger Transport vom Behandlungszimmer zum Ort der Instrumentenaufbereitung. Innerhalb der Vorbehandlung werden Grobverschmutzungen und wasserunlösliche Anhaftungen entfernt.

2. Reinigung und Desinfektion

Es wird zwischen manueller und der in der RKI-Richtlinie geforderten maschinellen Reinigung und Desinfektion unterschieden. Bei der maschinellen Aufbereitung in einem Thermodesinfektor/RDG werden die Instrumente alkalisch gereinigt und thermisch desinfiziert. Die validierbare maschinelle Reinigung ist mit reproduzierbaren Prozessen besonders sicher, zeit- und kosteneffizient.

3. Prüfung und Pflege der Medizinprodukte

Nach Reinigung, Desinfektion und Trocknung muss vom sachkundigen Personal eine Sicht- und Funktionsprüfung der Instrumente durchgeführt werden. Einige Instrumente erfordern den zusätzlichen Einsatz von Pflegemitteln. (Zu beachten: Spezifische Herstellerempfehlungen)

4. Verpackung

Bevor das in der Risikobewertung als kritisch eingestufte Instrumentarium im Autoklaven sterilisiert wird, muss es geeignet verpackt werden – entweder als Set in einem Sterilisier-Container oder mithilfe von Siegelgeräten, einzeln verpackt in Sterilisierfolie.

5. Sterilisation

Als kritisch eingestufte Instrumente müssen sterilisiert werden. Gebräuchlich sind dafür in medizinischen und zahnärztlichen Praxen Dampfsterilisatoren. Nach der DIN EN ISO 13060 werden Autoklaven in die Klassen B, S und N eingeteilt. Klasse B Sterilisatoren bieten den Vorteil, Instrumente unabhängig von Verpackungsart und Komplexität des Hohlkörpers sterilisieren zu können.

6. Dokumentation und Freigabe

Die Instrumentenaufbereitung endet mit der Freigabe. Diese kann nur von autorisiertem Personal erfolgen und muss dokumentiert werden. Eine lückenlose Dokumentation des gesamten Aufbereitungsprozesses sorgt für Rechtssicherheit und sichere Rückverfolgbarkeit der Instrumente bis zum Patienten.

7. Sterilgutlagerung

Um eine Re-Kontamination zu verhindern, benötigt das Sterilgut eine Verpackung. Das Sterilgut muss nach der Instrumentenaufbereitung staubgeschützt, sauber und trocken bei Raumtemperatur gelagert werden.

Video-Tutorial

Sehen Sie hier die ideale Vorbereitung des Instrumentariums im Video-Tutorial (klicken Sie bitte auf das Bild, Sie gelangen dann zum Youtube-Video):

Melag Melatherm Instrumentenvorbereitung

Mehr Tutorial-Videos zur Instrumentenaufbereitung: https://www.melag.com/de/mediathek

Download Checkliste und Anweisung  für die Instrumentenaufbereitung

Die beiden folgenden Dateien (MS Word Format) wurden vom WEKA Verlag zur Verfügung gestellt.

Download: Mitgeltende Unterlage zum QM-Handbuch – Kritisch – B – Instrumentarium maschinelle Aufbereitung (docx Format)

Download: Mitgeltende Unterlage zum QM-Handbuch – Formblatt Routinekontrollen der Aufbereitungsgeräte (docx Format)

Kaum ein Bereich in der Zahnarztpraxis ist durch Gesetze und Vorschriften so stark reglementiert wie die Praxishygiene. Denn Fehler beim Hygienemanagement und bei der Aufbereitung von Medizinprodukten können fatale Folgen für Patienten, Mitarbeitern und Dritte (z. B: Zahntechniker) haben. Bei Praxisbegehungen werden gerade hier häufig Schwachstellen bemängelt.

Das MUSTER-QM-HANDBUCH des WEKA Verlags enthält zahlreiche nützliche Vorlagen, die sofort in Ihren Hygieneabläufen in der Praxis einsetzen können. Das aktualisierte Handbuch wird ab September 2019 im WEKA Verlag erhältlich sein.

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