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Altpraxis oder Neu?

Lohnt sich die Übernahme einer Altpraxis? Es kommt drauf an, insbesondere auf den baulichen Zustand der  Mieträume. Ein  niedriger Übernahmepreis  kann sich schnell als trügerisch erweisen.  Es gibt keine Schonzeit. Als Praxisinhaber stehen Sie sofort in der Verantwortung alle gesetzlichen Auflagen zu erfüllen und für die größtmögliche Sicherheit Ihrer Patienten und Ihres Teams zu sorgen. Auch kurz nach der Praxiseröffnung kann sich die zuständige Bezirksregierung/Behörde zu einer Begehung ankündigen.

Zukunftstechnologien  verlangen ein Höchstmaß an baulicher Flexibilität. Sind  Leerrohre vorhanden, entsprechen die Elektroinstallationen den neuesten Standards, sind  sie problemlos erweiterbar?

Wie  es um die Wasserqualität und Überprüfung der wasserführenden Systemen bestellt? Dies ist im Vorfeld sorgfältig zu prüfen und zu  kalkulieren, am besten gleich vor Beginn der Verhandlungsgespräche  durch einen Architekten, Praxisplaner  oder Sachverständigen.  Hier kann ein großer Kostenblock tief im Verborgenen liegen und je eher Sie eine realistische Einschätzung bekommen, desto besser für die Entscheidung, Übernahme oder Neugründung.

Jeder Euro den Sie hier investieren müssen, trägt noch lange nicht zur Verschönerung der Praxisräume bei und schon gar nicht zur Erneuerung des zahnärztlichen Equipments. Es ist sozusagen viel Geld für nichts, weil der Patient keine sofortige Veränderung erkennt. Als Größenordnung für die reinen Umbaukosten gilt ein Wert von 800,00 – 1.000, 00 Euro pro Quadratmeter als realistisch.

Fragen Sie die Experten!

Mein Tipp: Berücksichtigen Sie sofort bei Vertragsabschluss des Mietvertrags  das Thema Rückbau. In 2004 hätte ich mir nicht vorstellen können, dass ich noch einmal umziehen würde. Glücklicherweise war die Klausel für eine Rückbauverpflichtung  in meinem  Mietvertrag eindeutig. Bei vorzeitiger Kündigung durch den Eigentümer entfällt der Rückbau. Welch eine Erleichterung und Kosteneinsparung.

Alt oder neu? Vor einer Entscheidung ob alt oder neu steht grundsätzlich die Bestandsanalyse

Unverzichtbare Basis jeden planvollen Vorgehens ist eine möglichst umfassende Situationserhebung, die Analyse der Ist-Situation. Relevante Informationen sind zum Beispiel:

  • Die Wettbewerbslage – die Mitbewerber
  • Die Standortqualität – Verkehrsanbindung – Parkplätze
  • Die Praxisimmobilie innen und außen/die Eigentumsverhältnisse
  • Die Praxisräume – technische und apparative Ausstattung – der räumliche Eindruck – Erweiterbarkeit
  • Die Hygienestandards – Aufbereitungsraum etc.
  • Das Praxispersonal – Verträge – Qualifikation – Leistung
  • Das Praxisklientel
  • Soziodemographische Daten, zum Beispiel die Bevölkerungsentwicklung im allgemeinen/Einzugsgebiet, die Entwicklung im Gesundheitswesen, die Entwicklung relevanter Gesetze und Vorschriften, die konjunkturelle Entwicklung und deren Einfluss auf die Patientenstruktur/das Patientenverhalten, die Entwicklung zu zahnmedizinischen Themen

Quellen: Medien, Verbandsmitteilungen, Statistisches Bundesamt, Datenbanken, Veröffentlichungen des IDZ/Datenbanken, Trendreports, Patienten- und Mitarbeiterbefragungen, Lieferanten, Patientenkartei, Buchhaltung, BWA, Statistische Jahrbuch der BKZV, eigene Statistiken

Erst wenn Sie diese Daten zusammengetragen haben, lassen sich daraus realistische Ziele und Konzepte entwickeln, zum Beispiel für die Entscheidung einer Übernahme oder Neugründung und/oder die Entwicklung eines Unternehmens/Praxiskonzepts.

Darum geht es in diesem Beitrag: Praxisübernahme, Neugründung, Standortanalyse, Praxismietvertrag


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