19. März 2017 Risikomgnt.

Sprechen wir über Lücken

Werkzeug ImplantologieSprechen wir über Lücken

Für Zahnärzte sind Zahnlücken Arbeitsalltag. Sie wissen, was zu tun ist. Aber wie sieht es mit einer Deckungslücke bei der Finanzierung einer eigenen Praxis aus, vor allem in Bezug auf die „Prophylaxe“?

Aus unserer täglichen Arbeit wissen wir: Prophylaxe ist der beste Schutz, um Zahnlücken und daraus resultierende Folgeschäden zu vermeiden.
Zahnverlust führt langfristig zu Veränderungen im gesamten Zahnsystem. Zähne kippen gegen die Lücke, finden im Gegenkiefer keinen Kaukontakt mehr und wachsen im ungünstigsten Fall in die Lücke hinein.
Durch diese Veränderungen der Zahnstellungen bilden sich weitere Probleme, Schmutznischen, Akkumulation von Plaque, Gingivitis, Parodontitis. Die veränderte Zahnstellung führt zu funktionellen Störungen, Fehlbelastungen, Gleithindernissen.
All diese Schäden könnten durch die rechtzeitige Vorsorge vermieden werden.

Mit Zahnlücken können wir umgehen, das ist unser Praxisalltag.

Finanzierungs- oder Deckungslücken

Was ist mit sogenannten Finanzierungs- oder Deckungslücken, die entstehen, wenn die Tilgungsinstrumente nicht halten, was vor langer Zeit prognostiziert und versprochen wurde?

„Die Planungen der Vergangenheit und die entsprechend getätigten Produktabschlüsse sind von den Entwicklungen des Kapitalmarktes abhängig. Im speziellen trifft dies auf die fondgebundenen Lebens-Rentenversicherungen und die Investmentsparpläne zu. Eine Verschlechterung der Kapitalmärkte führt automatisch zu einer möglichen Unterdeckung bei Fälligkeit der Darlehen.“

Die beste Prophylaxe gegen Unterdeckung: Überprüfen Sie Ihre Verträge auf mögliche Lücken und achten Sie insbesondere auf die unverbindlichen Formulierungen in den Angeboten, Musterberechnungen und Verträgen:

  • unterstellte Verzinsung
  • voraussichtlicher Überschuss nach Fonds-Darlehenstilgung
  • angenommener Folgezinssatz nach Ende der Zinsbindung
  • unverbindliches Rechenbeispiel
  • alle Angaben erfolgen ohne Gewähr

Finanzierungslücken sind keine Kleinigkeit, sondern ein Problem, das riesige Folgeschäden nach sich ziehen kann.

„Viele gängige Finanzierungsmodelle für Praxen und auch vermietete Immobilien laufen mit sogenannten Tilgungspolicen. Die Tilgung einer Darlehnsschuld soll, bzw. kann zum vereinbarten Ende der Finanzierungslaufzeit von meist 20 – 30 Jahren in einer Summe mit dem Wert der dann angesparten Police erfolgen. Steuerlich mag das für den Ein oder Anderen interessant sein, da die Zinsbelastung bis zum Ende der Laufzeit gleich bleibt. Darin liegt aber auch eine gewisse Gefahr. Die Zinsbindung ist in einigen Modellen nicht gleich der Laufzeit des Darlehens. Bei Neuverhandlungen wird dann auch das Tilgungsinstrument bewertet. Die teilweise hohen Vorkosten von Tilgungspolicen führen dann zu dem Umstand, dass mit Ablauf der ersten Zinsbindungsphase nach z.B. 10 Jahren das Kapital der Police den Erwartungen bzw. den Einzahlungen nicht entspricht. Die Folge kann durchaus das Angebot weiterer Policen sein, um die Lücken der Tilgung auf Dauer zu schließen. Spätestens dann sollte man grundsätzlich über andere Finanzierungskonzepte nachdenken, bevor die Tilgung mit Policen zum Vermögensschaden wird. Zur recht kreativen Gestaltung von Sicherheiten seitens der Banken werden gerne auch private Vermögen zur Deckung von geschäftlichen Verbindlichkeiten herangezogen.
Dann hätten wir den 2. Fehler bei Anschlussfinanzierungen mit diesem Muster. In solchen Sackgassen verblasst ein vermeintlicher Steuervorteil.“
Holger Neubert Bad Bentheim

Eigene Praxiserfahrungen, Anregungen? Dann erzählen Sie gerne Ihre Geschichte!

Darum geht es in diesem Beitrag: Praxisfinanzierung, Finanzierungskonzepte, Deckungslücken, Finanzierungslücken, Unterdeckung, Zinsbindung, Tilgungspolicen, fondgebundene Lebens-/Rentenversicherung

Haben Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Beitrag?
Dann nehmen Sie bitte Kontakt mit mir auf.


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